Tour Unter den Linden

Zum neunten Gründungsjubiläum der DDR wurde 1959 ein städtebaulicher Ideenwettbewerb für die Umgestaltung des Berliner Zentrums ausgeschrieben, zu dem auch als westlicher Endpunkt die Straße Unter den Linden gehörte. Als eine der wichtigsten Prachtstraßen der ehemaligen Residenzstadt sollte ein Teil des historischen Charakters als architektonisches Erbe beibehalten werden. Das "Lindenforum" (einst Forum Fridericianum, heute Bebelplatz) wurde mit dem Hauptgebäude der Universität, der Staatsoper und der Bibliothek (heute juristische Fakultät) als Mittelpunkt des geistigen und kulturellen Lebens der DDR-Hauptstadt gestaltet.

Entsprechend ihres historischen Charakters wurden drei Abschnitte gebildet: Angrenzend an das ehemalige Zentrum der Residenz mit der Freifläche des 1951 gesprengten Stadtschlosses sollte der erste Bereich vom Kupfergraben Richtung Westen Wissenschaft und Kunst vorbehalten sein. Auch heute noch lässt sich hier die erweiterte Residenzstadt des 18. Jahrhunderts erleben. Anschließen sollte sich ein zweiter, repräsentativer Bereich zum Flanieren und Einkaufen, und daran wiederum bis zum Brandenburger Tor ein Standort für Botschaften und Institutionen. Bis zur internationalen Anerkennung der DDR 1972 waren hier zunächst nur sozialistische Länder wie Polen und Ungarn sowie die Sowjetische Botschaft (heute Botschaft der Russischen Föderation) vertreten. Für die Neubauten hatte man sich, wie auch in anderen Städten, für die neue Stahlbetonskelettbauweise entschieden, die das größte Spektrum von Gebäudevarianten ermöglichte. Die Höhe der historischen Bebauung sowie die Blockrandstruktur der Straße wurde dabei beibehalten.

Der Pariser Platz mit dem heutigen Wahrzeichen der Stadt, dem Brandenburger Tor, war bis zur Öffnung der Grenze aus Sicherungsgründen von den Bebauungsplänen ausgeschlossen. Der Platz wurde erst nach der Wende wieder repräsentativer Standort für Botschaften, Akademie der Künste und andere Institutionen.

Als Eindruck der verheerenden Zerstörungen nach dem Zweiten Weltkrieg unter anderem auch der Straße Unter den Linden bietet sich dieser 7minütige Film an. Für einen detaillierten geschichtlichen Überblick der Straße Unter den Linden empfiehlt sich entweder der Eintrag der Denkmaldatenbank oder der Wikipedia-Artikel.

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