Tour Alexanderplatz

Der Alexanderplatz, der seinen Namen durch einen Besuch des russischen Zaren Alexander I. 1805 erhielt, entstand als städtisch bedeutsamer Ort dort, wo Straßen aus den nördlichen und östlichen Hansestädten vor dem Stadttor zusammenliefen. Mit seinem Anschluss an die Stadtbahn und Vollendung des Bahnhofsgebäudes 1882 erweiterte sich seine Bedeutung als wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Stadt.

Nach der Teilung Berlins sollte der Alexanderplatz als Teil eines Zentralen Ortes der neuen Hauptstadt der DDR ganzheitlich „sozialistisch“ umgestaltet werden. Nach einem „Beschluss über den Aufbau eines Zentrums der Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik“ (1961) und folgendem städtebaulichem Wettbewerb (1964) wurden zahlreiche Altbauten abgerissen und der Verkehr auf dem Weg von Osten ins Zentrum tangential um den Alexanderplatz herumgeführt. Am nordöstlichen Rand der entstehenden großen Freifläche wurde 1961-64 das Haus des Lehrers mit Kongresshalle als erstes modernes Gebäude Ost-Berlins errichtet. Ihm folgten das Centrum-Warenhaus, Interhotel Stadt Berlin, Haus der Elektroindustrie, Haus der Berliner Verlage, Haus der Statistik und Haus des Reisens. Einzige Altbauten am Platz sind das Berolina- und Alexanderhaus von Peter Behrens (gebaut 1929-32), welche den Krieg verhältnismäßig gut überstanden hatten und nicht abgerissen worden waren. Auf der anderen Seite des Bahnhofes wurde ab 1965 der Berliner Fernsehturm in die Höhe gezogen und das Rote Rathaus über die Rathauspassagen städtebaulich an den Alexanderplatz angeschlossen.

Nach der Wiedervereinigung wurden zahlreiche Bestandteile des als zu groß empfundenen Platzes verändert, sodass das heutige Erscheinungsbild deutlich von jenem der 60er Jahre abweicht. Der Neubau des Geschäftshauses "die mitte" (2009) am nordöstlichen Rand verkleinert die Freifläche und verdeckt den Blick auf Haus des Lehrers und Kongresshalle. Das Centrum-Warenhaus erhielt eine völlig neue Fassade und auch die des Hotels ist bereits verändert. Seit 2007 laufen außerdem (wieder) Straßenbahnschienen über den Platz. Vom ursprünglich spiralförmigen Pflaster ist heute nichts mehr erkennbar.

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